Genau das Gegenteil ist richtig. In der Meditation tauchen Sie in die wichtigste Realität ein, die es gibt – Ihr eigenes Selbst. Je besser Sie sich selbst verstehen, desto besser verstehen Sie die Welt, in der Sie leben. Meditation bedeutet nicht Abdriften in die Welt der Träume, sondern wache, mutige und vorurteilsfreie Selbstbeobachtung im Hier und Jetzt.

Nicht alle Meditationsbücher sind gut. Und mit Theorie kommt man sowieso nicht weit. Deshalb empfiehlt es sich, die ersten Meditationserfahrungen unter Anleitung zu machen. Wenn Sie das Matterhorn besteigen wollen, suchen Sie sich einen Bergführer, der alle Klippen und Gefahren kennt. In gleicher Weise ist es ratsam, die unerforschten Tiefen Ihres Seins an der Seite eines erfahrenen Wegbegleiters zu erkunden. Meditation in der Gruppe schafft zusätzlich ein Energiefeld, das die Meditation vertiefen kann. Und der Austausch von Erfahrungen ist für den Anfang ebenfalls eine große Hilfe.

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Meditation eine Form von Konzentration ist. Konzentration ist ein Willensakt. Sie strengen sich an und Sie wollen etwas erreichen. Meditation dagegen ist Hingabe – keine Anstrengung, kein Ziel, keine Erwartung, keine Kontrolle. Sie lassen geschehen und sind dabei ganz wach. In totaler Entspannung verschwindet die Barriere, die Sie vom Ganzen trennt und jede Zelle Ihres Wesens pulsiert im Einklang mit der Natur, mit der Existenz, mit Gott – oder wie immer Sie es nennen wollen. In diesem Zustand, so sagen die Weisen des Ostens, ist der Mensch so leer wie eine Bambusflöte, auf der Gott sein Lied spielt.

Ihr Verstand hilft Ihnen, sich in Ihrer äußeren Welt zurechtzufinden. Er ist kritisch und vorsichtig und er übt gerne die Kontrolle aus. Sobald Sie Ihre äußere Welt verlassen und in Ihre innere Welt eintauchen, verliert der Verstand die Kontrolle und schlägt Alarm. In der Liebe zum Beispiel und auch in der Meditation. Sie gehören zu Ihrer inneren Welt, in der nicht der Verstand Ihr Berater ist, sondern Ihr Herz und Ihre innere Stimme. Es ist also ganz normal, wenn Ihr Verstand Sie davor warnt, dass Sie „durch übermäßige Beschäftigung mit sich selbst“ aus der Bahn geworfen werden können. Es ist durchaus gut, sich diese Warnungen anzuhören. Denn nur durch kritisches Abwägen entsteht das Vertrauen, das für die Meditation unerlässlich ist. Und es stimmt natürlich: durch „übermäßige Beschäftigung mit sich selbst“ können Sie aus der Bahn geworfen werden. Aber wer sagt Ihnen denn, dass Meditation zur Egozentrik führt?

Information bewirkt keine Transformation, sonst müssten wir alle erleuchtet sein, denn im Zeitalter der elektronischen Datenverarbeitung werden wir von einer wahren Informationsflut überrollt. Wenn Sie sich nur über Meditation informieren, anstatt sie zu praktizieren, haben Sie genau so viel davon, als wenn Sie die Speisekarte studieren, anstatt sich eine gute Mahlzeit zu gönnen. Ihr Verstand wird gefüttert, aber Sie bleiben hungrig. Wenn Sie sich selbst und Ihr Leben verändern wollen, brauchen Sie die persönliche Erfahrung.

Es geht Ihnen wie den meisten Menschen. Sie haben keine Zeit, bzw. Sie glauben, dass Sie keine Zeit haben. Wenn Sie wirklich meditieren wollen, müssen Sie vielleicht den Fernsehabend um eine Stunde verkürzen und dafür morgens eine Stunde früher aufstehen. Die erste Stunde des Tages, oder wenigstens die erste halbe Stunde, gehört Ihnen ganz allein. Nutzen Sie sie! Sie werden es nicht bereuen.

Wenn Sie regelmäßig meditieren, wird sich Ihr Fokus immer mehr von der Peripherie nach innen verlagern. Ihr Wesen kristallisiert sich und Sie bilden einen inneren Kern, der sie gegen die Einflüsse Ihres meditationsfeindlichen Umfeldes immunisiert. Das bedeutet nicht, dass Sie die Flucht nach innen antreten. Sie lernen vielmehr, mit den täglichen Herausforderungen einer Welt voller Lärm und Chaos gelassener und bewusster umzugehen. Die Weisen sagen es immer wieder: „Sei in der Welt, aber nicht von dieser Welt. Sei dein eigenes Licht!“

Die „Dynamische Mediatation“ ist eine Bewegungsmeditation, die der indische spirituelle Meister Osho Anfang der 60er Jahre entwickelt hat. Im Umgang mit tausenden von Menschen aus hochentwickelten Industrieländern hatte er die Erfahrung gemacht, dass es den meisten Zivilisationsmenschen nahezu unmöglich ist, einfach nur still zu sitzen und eine Stunde lang ihren Atem zu beobachten. Das ist die „Vipassana“ Meditation, die Buddha vor 2500 Jahren für seine Schüler entwickelt hat. Die Menschen waren weniger gestresst und verspannt als der moderne Zivilisationsmensch. Er kommt mit Oshos „Dynamischer Meditation“ erst einmal besser zurecht. Sie besteht aus fünf Phasen. In den ersten drei Phasen werden körperliche Verspannungen, psychische Blockaden und emotionale Staus durch intensive Atmung und Bewegung abgebaut und aufgelöst. mehr … Danach fällt es dann leichter, ganz still zu sein und in die eigentliche Meditation einzutauchen. Eine weitere Bewegungsmeditation ist die Kundalini-Meditation.

Siehe auch „Dynamische Meditation – Seelenmassage für rastlose Aktivisten“

Regelmäßige Meditation macht Sie lebendiger, aufmerksamer, kreativer. Das kann Ihrem beruflichen Erfolg durchaus zugute kommen. Wenn Sie jedoch den Erfolg zum Ziel Ihrer Meditation machen, landen Sie unweigerlich in einer Sackgasse. Denn Meditation ist keine zielorientierte Übung, sondern entspanntes Loslassen. Meditation hilft Ihnen vor allem, ein erfülltes, glückliches Leben zu führen.